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seit dem 21.11.12

Die Herrnhuter Brüdergemeine Gnadau

Geschichte: Die Grundsteinlegung für das erste Haus in Gnadau war am 17. Juni 1767. Am gleichen Tag des Jahres 1722 war der erste Baum für den Bau des Ortes Herrnhut bei Zittau in der Oberlausitz gefällt worden, welcher für die Ansiedlung böhmischer und mährischer Glaubensflüchtlinge angelegt wurde. Nikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf (1700-1760) stellte sich selbst und seinen Landbesitz Gott zur Verfügung. So entstand durch die Erneuerung der Alten Böhmischen Brüderunität (deren letzter und bekanntester war der als Pädagoge und Bischof tätige Johann Amos Comenius, 1592-1670) die Lebens- und Glaubensgemeinschaft der Herrnhuter Brüdergemeine. Frauen und Männer wollten einfach (daher der Name "Gemeine") und geschwisterlich (daher die Bezeichnung "Brüder") miteinander leben.

Das Barbyer Schloss: Als Graf Zinzendorf zeitweise aus Sachsen ausgewiesen wurde, konnte die Brüdergemeine das Schloss in Barby pachten. Dort war in der Zeit von 1749 bis 1809 für einige Jahre der Sitz der Kirchenleitung, das Theologische Seminar und das Pädagogium, eine Sternwarte, das Naturalienkabinett und eine Druckerei.

Großer Saal
Großer Saal

Die Gründung Gnadau: An der Straße von Barby nach Schönebeck wurde auf dem Boden des Vorwerkes Döben der Ort Gnadau erbaut. Die Wohngebäude, Grünflächen und Wege der barocken Ortsanlage sind planmäßig angelegt: In der Mitte der "Gnaden-Aue" ist der Platz. An dessen Seiten befinden sich der Gemeinsaal (die "Kirche") mit dem Dachreiter, Wohnhäuser für Familien, die Brüder- und Schwesternhäuser sowie kleinere Handwerksbetriebe. Der Ort wird von einer fast quadratischen Allee umschlossen, die an jeder Seite reichlich 300 m lang ist, sodaß die gesamte Ortsfläche 100.000 qm beträgt. Der Gemeinsaal wurde 1780/81 in 14 Monaten erbaut. Große Fenster erhellen den schlichten weißen Betsaal mit Liturgustisch, Emporen, Logen und der pneumatischen Rühlmann-Orgel von 1891.

Die Buchdruckerei, der Verlag der Unitätsbuchhandlung und die Buchbinderei stellten jahrzehntelang die Herrnhuter Losungen her und vertrieben sie. Die jährlich erscheinenden "Losungen" sind ein seit 1731 herausgegebenes Andachtsbuch der Brüdergemeine mit ausgelosten Bibelversen. Sie werden derzeit in etwa 50 Sprachen übersetzt und verbinden weltweit viele Christen miteinander. Die deutschsprachige Auflage beträgt etwa 1 Million.

Am 1. August 1814 wurde mit der Mädchenanstalt die Arbeit der "Gnadauer Anstalten" begonnen. Im Laufe der Jahre gab es für Mädchen und Jungen, Kinder und Jugendliche viele verschiedenartige Ausbildungsmöglichkeiten, z.B. Grundschule, Haushaltsschule, Oberschule, Oberlyzeum, Lehrerinnenseminar, Internat, Vordiakonie, Ausbildungen für Kinderdiakoninnen und Katechetinnen. Auch der Kindergarten, das Altenheim und das Predigerseminar der Ev. Kirchen der Union waren etappenweise übernommene Aufgaben und machten den kleinen Ort weit bekannt.

Die kleinen würzigen Gnadauer Brezeln, eine Spezialität der Gnadauer Bäckereien, waren früher weit verbreitet, bekannt und begehrt.

Zur Ev. Brüdergemeine Gnadau gehören heute etwa 220 Mitglieder, wovon etwa 80 im Ort Gnadau wohnen. Der Ort selbst hat etwa 500 Einwohner. Der Prediger der Brüdergemeine betreut auch die knapp 140 landeskirchlichen Gnadauer Gemeindeglieder der Martin-Luther-Gemeinde Schönebeck.

Das Altenpflegeheim der Gnadauer Anstalten hat z.Zt. etwa 70 Pflegeplätze. Die Kindertagesstätte mit Schulhort ist teils in den alten, teils in einem neuen Gebäude, einem ökologischen Musterbau untergebracht. Der Anstaltspark steht so Jung und Alt zur Verfügung. Erwähnenswert ist die leider heute nicht mehr als solche genutzte Mädchen-Turnhalle im Anstaltshof, die eine der ältesten ihrer Art in Deutschland ist.

Im Jahr 2002 hat die Zinzendorfschule in Gnadau begonnen. Die einzügige Grundschule ist eine evangelische Bekenntnisschule in der Trägerschaft der Johannes-Schulstiftung.

Der Herrnhuter Adventsstern, der alljährlich viele Kirchen und Wohnungen schmückt, ist ebenfalls eine "Erfindung" aus Schulen der Brüdergemeine.

Verkehrsanbindung: Gnadau hat einen Bahnhof an der Strecke Leipzig - Halle - Köthen - Magdeburg, der zweitältesten Bahnstrecke in Deutschland. Auch die Autobahn A 14 Halle - Magdeburg mit Anbindung an die A 2 Hannover - Berlin ist in unmittelbarer Nähe.

Sehenswert ist auch der Gottesacker, der Friedhof der Brüdergemeine. Die gleichartigen Grabsteine weisen auf die Gleichwertigkeit aller Menschen vor Gott hin. Beerdigt wird in der Reihenfolge des Heimgangs jeweils auf der Schwestern- bzw. der Brüderseite.

Es lohnt sich ein Besuch im "Gnadauer Laden" im Eingangsbereich der Gnadauer Anstalten. Fair gehandelte Eine-Welt-Artikel, christliche Literatur und Geschenkartikel werden von ehrenamtlichen Mitarbeitern von Montag bis Freitag von 15 bis 17 Uhr (und nach Vereinbarung) angeboten.

Im 1774 erbauten Schwesternhaus existiert (verwaltet von den Gnadauer Anstalten) eine einfache Herberge, in der bis zu 18 Personen übernachten und sich mit Mahlzeiten selbst versorgen können.

Die Brüder-Unität unterscheidet sich in ihrer Lehre nicht von anderen evangelischen Kirchen. Vielmehr bestehen ihre Besonderheiten in der gelebten Frömmigkeit, bei der Jesus Christus im Zentrum steht, ihren vielfältigen liturgischen Formen, in vielen ökumenischen Kontakten, einem reichhaltigen Gesang und dem regen Gemeinschaftsleben. Höchstes Organ der Brüder-Unität ist die alle sieben Jahre tagende Unitätssynode. Insgesamt gibt es  17 Unitätsprovinzen, die von eigenen Provinzialsynoden geleitet werden in der Europäisch-Festländischen Unitätsprovinz gibt es als Leitungsgremium eine 5-köpfige Direktion mit Sitz in Herrnhut (Oberlausitz) und Verwaltungssitzen in Bad Boll (Württemberg) und Zeist (Niederlande). Die Bischöfe haben keine kirchenleitende Funktion, wohl aber ein seelsorgerliches Amt. In Deutschland zählen etwa 5.500 Schwestern und Brüder zur Herrnhuter Brüdergemeine. Die Europäisch-Festländische Provinz umfasst Gemeinden in Deutschland, Dänemark, Estland, Lettland, den Niederlanden, Schweden und der Schweiz mit ca. 18.000 Geschwistern. Weltweit gibt es mehr als 1 Million Mitglieder der „Moravian Church“.

Das Lamm mit der Siegesfahne weist auf Jesus Christus, den Anfänger und Vollender unseres Glaubens hin: "Unser Lamm hat gesiegt - lasst uns ihm folgen!

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Herrnhuter Brüdergemeine Gnadau | bruedergemeine-gnadau@gmx.de